Ich zeige dir heute, wie du mit einem Arduino Feuchtigkeitssensor die Bodenfeuchtigkeit messen kannst – perfekt für die automatische Überwachung deiner Pflanzen! Dieses Anfängerprojekt eignet sich ideal für smarte Gartenprojekte oder eine automatische Bewässerungsanlage. Am Ende wirst du in der Lage sein, präzise Messwerte auszulesen und diese für deine eigenen Projekte zu nutzen.
Was du für dieses Projekt brauchst
- Arduino Uno oder Nano – Auf Amazon ansehen
- Capacitive Soil Moisture Sensor (Kapazitiver Feuchtigkeitssensor) – Auf Amazon ansehen
- Breadboard – Auf Amazon ansehen
- Jumperkabel (mind. 3 Stück) – Auf Amazon ansehen
- USB-Kabel zur Programmierung – Auf Amazon ansehen
- Arduino Starter Set (enthält die meisten Komponenten) – Auf Amazon ansehen
Tipp: Wenn du noch kein Arduino besitzt, empfehle ich dir ein komplettes Starter Set. Darin sind bereits Breadboard, Kabel und oft auch verschiedene Sensoren enthalten.
Wie funktioniert der kapazitive Feuchtigkeitssensor?
Der Capacitive Soil Moisture Sensor, den ich in diesem Projekt verwende, arbeitet nach dem Prinzip der kapazitiven Messung. Anders als günstige resistive Sensoren hat er einen entscheidenden Vorteil: Er misst berührungslos und korrodiert nicht!
Die wichtigsten Eigenschaften:
- Funktionsweise: Der Sensor misst die Kapazitätsänderung, die durch Feuchtigkeit im Boden entsteht
- Ausgangssignal: Ein analoger Wert zwischen 0 und 1023
- Interpretation: Hoher Wert = trockene Erde, niedriger Wert = feuchte Erde
- Langlebigkeit: Keine Korrosion durch direkten Bodenkontakt
Der Arduino liest diesen analogen Wert über den Pin A0 ein. Der Wertebereich von 0-1023 entspricht dabei einer Spannung von 0-5V. Je feuchter die Erde, desto niedriger der gemessene Wert.
Verkabelung: So schließt du den Sensor an
Die Verkabelung des Arduino Feuchtigkeitssensors ist wirklich simpel. Du benötigst nur drei Verbindungen:
Anschlussplan:
- VCC (Sensor) → 5V (Arduino)
- GND (Sensor) → GND (Arduino)
- AOUT (Sensor) → A0 (Arduino)

Schritt-für-Schritt Anleitung
Ich führe dich jetzt durch die Verkabelung:
- Stromversorgung: Verbinde den VCC-Pin des Sensors mit dem 5V-Pin deines Arduino
- Masse: Verbinde den GND-Pin des Sensors mit einem GND-Pin am Arduino
- Signalleitung: Verbinde den AOUT-Pin (analoger Ausgang) mit dem Pin A0 am Arduino
- USB-Verbindung: Schließe deinen Arduino per USB-Kabel an deinen Computer an

Achte darauf, dass die Verbindungen fest sitzen. Wackelkontakte führen zu ungenauen oder fehlenden Messwerten.
Der Arduino Code für deinen Feuchtigkeitssensor
Jetzt kommt der spannende Teil: die Programmierung. Öffne deine Arduino IDE und kopiere folgenden Code:
void setup() {
Serial.begin(9600); // Start der seriellen Kommunikation
}
void loop() {
int sensorWert = analogRead(A0); // Auslesen des aktuellen Sensorwertes
Serial.println(sensorWert); // Ausgabe des Wertes
delay(10); // kurze Pause
}
Was macht der Code genau?
Ich erkläre dir die einzelnen Bestandteile:
Serial.begin(9600): Initialisiert die serielle Schnittstelle mit einer Baudrate von 9600. Dadurch kann dein Arduino mit dem Computer kommunizierenanalogRead(A0): Liest den analogen Wert vom Pin A0 aus, an dem dein Sensor angeschlossen istSerial.println(sensorWert): Gibt den gemessenen Wert im seriellen Monitor aus, sodass du ihn ablesen kannstdelay(10): Wartet 10 Millisekunden zwischen den Messungen, um den Arduino nicht zu überlasten
Code hochladen und testen
So bringst du den Code auf deinen Arduino:
- Code kopieren: Kopiere den obigen Code in deine Arduino IDE
- Board auswählen: Gehe zu Werkzeuge → Board und wähle dein Arduino-Modell
- Port auswählen: Wähle unter Werkzeuge → Port den richtigen COM-Port
- Hochladen: Klicke auf den Upload-Button (Pfeil nach rechts)
- Seriellen Monitor öffnen: Klicke auf das Lupensymbol oder gehe zu Werkzeuge → Serieller Monitor
- Baudrate einstellen: Stelle unten rechts im Monitor die Baudrate auf 9600 ein
Jetzt solltest du bereits Werte sehen! Stecke den Sensor in trockene Erde und beobachte den Wert. Gieße dann die Pflanze und schaue, wie der Wert sinkt.
Typische Wertebereiche:
- Trockene Erde: 500-800
- Feuchte Erde: 200-400
- In Wasser: 0-200
Diese Werte können je nach Sensor variieren, deshalb empfehle ich dir, deinen Sensor zu kalibrieren.
Troubleshooting: Wenn etwas nicht funktioniert
Du siehst keine Werte oder sie erscheinen seltsam? Hier sind die häufigsten Probleme und Lösungen:
Keine Werte im seriellen Monitor:
- Prüfe die Verkabelung, besonders die GND-Verbindung
- Stelle sicher, dass die Baudrate auf 9600 steht
- Kontrolliere, ob der richtige COM-Port ausgewählt ist
Werte schwanken extrem:
- Stecke den Sensor tiefer in die Erde
- Achte darauf, dass der Sensor nicht die Metallflächen am Boden berührt
- Warte einige Sekunden nach dem Einstecken, bis sich der Wert stabilisiert
Konstanter Wert, egal ob trocken oder feucht:
- Überprüfe, ob AOUT wirklich mit A0 verbunden ist
- Teste mit einem anderen analogen Pin (z.B. A1) und ändere den Code entsprechend
- Möglicherweise ist der Sensor defekt
Fazit und nächste Schritte
Herzlichen Glückwunsch! Du hast erfolgreich einen Arduino Feuchtigkeitssensor in Betrieb genommen und kannst jetzt präzise die Bodenfeuchtigkeit messen. Dieses Grundprojekt öffnet dir die Tür zu vielen spannenden Erweiterungen.
Was du gelernt hast:
- Die Funktionsweise eines kapazitiven Feuchtigkeitssensors
- Das Auslesen analoger Sensordaten mit
analogRead() - Die Kommunikation über die serielle Schnittstelle
- Die Interpretation von Sensormesswerten
Ideen für Projekterweiterungen
Jetzt kannst du dein Projekt auf das nächste Level heben:
Einfache Erweiterungen:
- LED-Anzeige: Füge eine rote LED für „zu trocken“, gelb für „optimal“ und blau für „zu nass“ hinzu
- Schwellenwerte definieren: Implementiere
if-Bedingungen, um verschiedene Feuchtigkeitszustände zu erkennen - Buzzer-Alarm: Lasse einen Piezo-Summer piepen, wenn die Pflanze Wasser braucht
Fortgeschrittene Projekte:
- Automatische Bewässerung: Steuere eine Wasserpumpe, die bei Trockenheit automatisch gießt
- Mehrere Sensoren: Überwache mehrere Pflanzen gleichzeitig mit verschiedenen analogen Pins
- Datenlogger: Speichere die Messwerte auf einer SD-Karte für langfristige Analysen
- IoT-Integration: Sende die Daten per ESP8266 oder ESP32 ins Internet und überwache deine Pflanzen per Smartphone
- Display-Integration: Zeige die Werte auf einem LCD oder OLED-Display an
Ich empfehle dir, mit den einfachen Erweiterungen zu beginnen. Eine LED-Anzeige ist schnell umgesetzt und macht das Projekt direkt praktischer. Viel Erfolg bei deinen eigenen Pflanzen-Projekten!
Wenn dir das Projekt gefallen hat und du von weiteren interessanten Projekten inspiriert werden willst, sieh dir doch mal mein neues E-Book »Arduino Projekte Volume 1« an!
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Habe auch die hier vorgestellten Sensoren getestet. Ich betreibe eine automatische Tröpfchenbewässerung damit. Bisher haben sie 1 Jahr gehalten. Habe sie mit Teslanol Schutzlack besprüht und nur bis zur Markierung eingegraben. Allerdings ist der Analogwert der Sensoren sehr temperaturabhängig. Ohne Kompensation der Temperaturkennlinie sind sie outdoor nicht vernünftig zu betreiben.
Viele Grüße
Gordon
Ich möchte hier auch noch einmal meinen Kommentar hinterlassen….
Diese Sensoren sind wie ALLE elektronischen Bauteile gegen Feuchtigkeit zu schützen! Das was hier als „Schutzlack“ angepriesen wird, ist nur reine Kosmetik und hat mit Feuchtigkeitsschutz nichts im geringsten zu tun.
Diese Sensoren werden vom Prinzip her schon seit ein paar Jahren gebaut, den Ursprung findet man unter anderem beim sogenannten „Gieso-Mat“:
(https://www.mikrocontroller.net/articles/Giess-o-mat) und auch dort wird unter anderem darauf hingewiesen dass die Sensoren mit einem Schutzlack überzogen werden müssen(ich schreibe das hier nur als Beispiel und nicht wegen Werbung!) . Zu diesem Thema findet man viele Hinweise, also nicht wundern wenn diese Sensoren, seien sie unbehandelt, nach kürzester Zeit kaputt gehen können!
Ich habe meine Arduinoschaltung (6 Sensoren mit Pumpen) z.B. bei mir im Garten im Hochbeet verbaut, hat aber leider den Nachteil dass ich die Werte jedes Jahr nach dem umgraben der erde neu Justieren muss…. ;-)
Dem kann ich nur beipflichten.
Habe meine Sensoren hier gekauft:
https://www.ramser-elektro.at/shop/bausaetze-und-platinen/giesomat-kapazitiver-bodenfeuchtesensor-erdfeuchtesensor-mit-beschichtung/
Die sind mit einer rchtigen Beschichtung überzogen.
Alle von Amazon, Aliexpress usw. sind zwar billiger, aber nicht richtig geschützt!
Die von Kaluri verlinkten Sensoren sind richtig gut. Die chinesischen Kopien davon mangels Beschichtung leider nicht. Habe nun nur noch die „Ramser Sensoren“ im Einsatz!
Hallo zusammen!
Ich bin ein totaler Elektronik/Hardware Noob, das könnte jetzt also eine sehr dumme Frage sein: ich möchte den obigen Sensor für meinen Balkon Wetterfest machen.
Kann ich dazu das komplette Teil von oben bis unten mit Polyuretanspray einsprühen?
Oder gibt es da genormte Abdeckungen, die ich nur noch nicht gefunden habe?
LG Tobi
Ich habe meine (neuen) gerade mal mit Nagellack dick eingepinselt, habe ich irgendwo im Internet gelesen. Mal sehen, wie lange das gut geht..
Hallo,
ich habe den Sensor (komplett, inkl Elektronik) mit Brantho Korrux 3in1 (Dose) lackiert und nur die Steckverbindung vorher mit einem Schrumpfschlauch geschützt, damit ich sie wieder abbekomme. Das Ergebnis sieht seht gut aus, die Platine scheint durch den sehr dickschichtigen Lack sehr gut geschützt. Ergebnisse nach 1-2 Monaten liefere ich bei Bedarf :-)
Ja, nicht nur kann, sondern ein MUSS. Und Gehäuse kann man unter anderem auch mit dem 3D Drucker, sofern vorhanden, machen. Ich bin selbst dabei diese Sensoren so zu schützen.
Der hier vorgestellte Sensor hielt bei mir genau 3 Monate, dann hatte sich die Feuchtigkeit von den Platinenrändern her seitlich unter den Schutzlack gezogen und diesen von innen heraus abgelöst, so dass hier doch wieder die blanken Kupferflächen Kontakt zum Erdreich hatten. Also außer mehr Kosten kaum eine Verbesserung zur Widerstandsmessung. Das Problem kann nur gelöst werden, wenn zuvor die Sensoren (zumindest mit dem Teil, der im Erdreich steckt) dick mit Schutzlack versehen werden. Dieser Hinweis wäre hier hilfreich gewesen und hätte sicherlich nicht nur mir viel Zeit und Nerven erspart.
Ach krass. Das ist bei mir (noch?) nicht passiert. Ich nehme den Hinweis aber mit in den Artikel auf. Danke dir!
Liebe Grüße Stefan