Kurz gesagt: Ein adressierbarer RGBW-LED-Streifen über oder hinter der
Anlage, angesteckt an einen fertigen WLED-Controller mit ESP32, wird zum Himmel
über deiner Modellbahn. Morgens warm, mittags hell, abends über Orange und Pink
ins Nachtblau – und zieht ein Gewitter auf, blitzt es im Zimmer. Gelötet wird
nichts: Streifen anstecken, Netzteil einstecken, die kostenlose App SceneFX
spielt die Firmware auf.
Neu hier? Aus RailFX ist SceneFX geworden. Die Arduino-Module aus der
RailFX-Reihe brauchten für jede Aufgabe eigenen Code. Die SceneFX-Module
bekommen ihre Firmware aus der App und ihre Befehle per WLAN – programmieren
musst du nichts.
Warum ein Streifen mit echtem Weiß?
Ein Tag auf der Anlage lebt vom Licht darüber. Mittags braucht es helles,
neutrales Licht, abends satte Farben, nachts ein tiefes, dunkles Blau. Ein
reiner RGB-Streifen (etwa WS2812) mischt Weiß aus Rot, Grün und Blau – das
wirkt schnell bläulich oder rosa. Ein RGBW-Streifen hat in jedem Pixel eine
eigene weiße LED. Die trägt das Tageslicht, die farbigen LEDs färben es.
Adressierbar muss er sein, also mit einem Chip je Pixel und nur einer
Datenleitung. Ein analoger Streifen geht an diesem Modul nicht.
Und warum ein fertiger Controller statt eines ESP32 auf dem Steckbrett? Der
Controller bringt alles mit, was ein Streifen braucht: ESP32, USB-C,
Pegelwandler für die Datenleitung und eine Schutzschaltung. Da bleibt nichts
zu löten und nichts falsch zu verdrahten.
Bauteile
| Teil | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| WLED-Controller BTF-LIGHTING SP803E (oder SP805E) | 1 | fertige Platine mit ESP32; kommt mit WLED, SceneFX spielt beim Einrichten seine eigene Firmware auf |
| RGBW-Streifen WS2814, 24 V, neutralweiß 4000 K | 1 | adressierbar mit echtem Weiß – kein WS2812 (nur RGB), kein analoger Streifen; 60 LEDs je Meter reichen |
| Netzteil 24 V, 4 A (für 5 m) | 1 | Spannung muss zum Streifen passen; der Controller selbst nimmt 5 bis 24 V |
| USB-C-Datenkabel, kurz (unter 1 m) | 1 | nur zum Einrichten und für Updates |
| 3-poliger Steckverbinder (JST-SM) | 1 Paar | meist am Streifen schon dran |
Ein paar Zahlen zur Auslegung: 5 m Streifen mit 60 LEDs je Meter sind 300 LEDs –
davon geht SceneFX aus. Bei voller Helligkeit von Farbe plus Weiß zieht der
Streifen etwa 14 W je Meter, deshalb 4 A bei 24 V für 5 m. Als Raumlicht läuft
er meist weit darunter, ausgelegt wird trotzdem auf voll. 24 V haben noch einen
Vorteil: Auf 5 m braucht der Streifen keine zweite Einspeisung und hält die
Farbe bis zum Ende.
Es geht auch mit 12 V (WS2814) oder 5 V (SK6812 RGBW) – dann muss das Netzteil
dazu passen. Hat dein Streifen eine andere Länge, stellst du die Pixelzahl
später in der App ein.
Schaltung und Aufbau
1. Daten-GPIO im WLED-Menü ablesen
Bevor SceneFX den Controller übernimmt, schaust du einmal in WLED nach:
Controller ans Netzteil, mit dem Handy ins WLAN „WLED-AP", die Seite öffnet sich
von selbst. Unter Einstellungen → LED-Einstellungen steht der GPIO der
Datenleitung – notieren. Bei den meisten BTF-Controllern ist es GPIO 16.
Danach brauchst du WLED nie wieder.
2. Streifen an den Controller
Den Streifen mit dem 3-poligen Stecker an den Ausgang des Controllers: Plus an
Plus, Minus an Minus, die mittlere Ader ist die Datenleitung. Der Pfeil auf dem
Streifen zeigt vom Controller weg – Daten laufen nur in eine Richtung. Ist der
Pfeil verkehrt, bleibt alles dunkel: umdrehen, fertig.
3. Netzteil an den Controller
Das Netzteil kommt in die Buchse des Controllers. Er versorgt darüber den
Streifen und sich selbst. Erst das Netzteil, dann das USB-Kabel zum Rechner.
Wichtig: Die Spannung des Netzteils muss die des Streifens sein. Ein
24-V-Netzteil an einem 12- oder 5-V-Streifen zerstört ihn.

4. In der App einrichten
Kurzes USB-Datenkabel vom Controller an den Rechner, dann in
SceneFX
(kostenlos, Mac und Windows) ein Modul vom Typ Plattenbeleuchtung
hinzufügen. Die App erkennt den Chip, spielt die SceneFX-Firmware auf, fragt
nach dem WLAN (2,4 GHz) und lässt den Streifen zum Beweis einmal durch die
Farben laufen. Danach braucht der Controller kein USB mehr.
Firmware: was im Controller passiert
Die Firmware musst du nicht selbst schreiben. Es ist dieselbe SceneFX-Firmware
wie auf den anderen Modulen, gebaut für den klassischen ESP32 des Controllers.
Sie gibt den Streifen über das RMT-Peripheral des ESP32 aus. Datenleitung,
Pixelzahl und Farbreihenfolge merkt sie sich und meldet sie an die App.
Eine Feinheit steckt im Dunkeln: Jeder Farbkanal kennt nur 256 Stufen. Ganz
unten, wo die Nacht spielt, sind die Schritte zwischen zwei Stufen sichtbar.
Deshalb verteilt die Firmware die Zwischenwerte auf benachbarte Pixel, sodass
der Mittelwert stimmt (Dithering). So dimmt die Nacht ohne Sprung.
Ein Himmel, der dem Tag folgt
In SceneFX ist die Plattenbeleuchtung kein Motiv, sondern Grundausstattung wie
ein Lautsprecher: ein Licht für die ganze Platte. Sie folgt dem Tag von selbst –
warmes Morgenlicht, helles Mittagslicht, am Abend über Orange und Pink ins
Nachtblau. Farbverläufe stellst du nicht ein. Sichtbar einstellbar sind genau
drei Dinge:
- Beleuchtung an – an oder aus,
- Helligkeit – der Master-Regler,
- Blitze bei Gewitter – zieht in SceneFX ein Gewitter auf, blitzt es auch
im Raumlicht, im Takt des Donners aus den Lautsprechern.
Das Bild in der App und das Licht auf der Anlage kommen aus derselben
Rechnung: Was du am Bildschirm siehst, leuchtet auch über der Platte.
Und der Streifen kann noch mehr: Manche Motive leuchten auf einem Abschnitt
des Streifens statt an einem eigenen Kanal – etwa das Feuerwerk aus der
gleichnamigen Erweiterung. Bei jedem Knall funkeln dort farbige Punkte, während
der Rest des Streifens Raumlicht bleibt.
Lehren aus dem Aufbau
Ein kurzes Datenkabel. Reine Ladekabel und lange Kabel lassen den
Controller am Rechner zwar erscheinen, aber nichts durch. Unter einem Meter,
und es muss Daten übertragen.
Falsche Farben sind ein Einstellungsfehler, kein Defekt. Läuft der Farbtest
mit Rot statt Grün, stimmt die Byte-Reihenfolge des Streifens nicht. Im
Technik-Tab des Moduls die Reihenfolge umstellen (etwa GRBW, RGBW, WRGB), bis die
Farben stimmen.
Die hintere Hälfte bleibt dunkel? Dann ist die Pixelzahl zu klein
eingestellt. Mehr Pixel anzunehmen, als dranhängen, schadet nicht.
Häufige Fragen
Brauche ich WLED?
Nein. WLED nutzt du nur einmal, um den Daten-GPIO abzulesen. Beim Einrichten
spielt SceneFX seine eigene Firmware auf.
Geht auch ein WS2812-Streifen?
Nein, der hat kein echtes Weiß. Du brauchst einen adressierbaren RGBW-Streifen,
etwa WS2814 oder SK6812 RGBW.
Der Streifen bleibt dunkel – was tun?
Fast immer eins von drei Dingen: Netzteil mit der falschen Spannung, Pfeil auf
dem Streifen zeigt zum Controller statt weg, oder der Daten-GPIO stimmt nicht.
Den GPIO kann die App nachträglich setzen (Technik-Tab, „Datenleitung").
Es flimmert im Dunkeln.
Dann im Technik-Tab das Dithering ausschalten.
Brauche ich dafür das Licht-Modul?
Nein. Die Plattenbeleuchtung ist ein eigenes Modul und funktioniert ohne
weitere Hardware. Die Hausbeleuchtung mit dem
Licht-Modul
kommt bei Bedarf dazu.
Muss der Computer laufen?
Ja. Die Module sind bewusst einfach: Sie empfangen und schalten. Der Tag, das
Wetter und die Szenen laufen in der App.
Die App, die Firmware und die bebilderte Werkstatt zu jedem Modul gibt es
kostenlos auf scenefx.de.
Licht und Bewegung sind noch Beta: Die Module funktionieren, aber nicht jedes
Heimnetz ist gleich.
Aus RailFX ist SceneFX geworden
Dein nächstes RailFX-Modul ist eine App
In den RailFX-Tutorials bekommt jeder Effekt sein eigenes Modul: hier eine Kirche mit DFPlayer, dort ein Blaulicht mit Nano. Was fehlt, ist der Tag, der alles zusammenhält. Den gibt SceneFX deiner Anlage.
- Klang zuerst. Zwei Lautsprecher, App starten: Die Kirche schlägt zur vollen Stunde, im Gasthaus wird es abends laut, und manchmal zieht ein Gewitter auf.
- Szenen statt Sketche. Kleine Abläufe mit Rollen – „Letzte Runde in der Kneipe“, „Das Dorf geht schlafen“ –, die du mit deinen Motiven besetzt.
- Und fürs Löten: Licht und Bewegung laufen über WLAN-Module mit ESP32, die du selbst aufbaust. Noch in der Beta.
Kostenlos für macOS (Apple Silicon) und Windows 10/11 · Erweiterung „Dorf“ inklusive · weitere Erweiterungen je 39,90 €
SceneFX kostenlos ladenWenn dir das Projekt gefallen hat und du von weiteren interessanten Projekten inspiriert werden willst, sieh dir doch mal mein neues E-Book »Arduino Projekte Volume 1« an!
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