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So bringst du professionelle Struktur in dein Smart Home Netzwerk

Einleitung: Kennst du das? Du hast gerade mein Tutorial zum Gaszähler mit ESPHome nachgebaut, davor vielleicht schon ein paar Tasmota-Steckdosen geflasht und natürlich hängen auch noch Handys, Tablets und Laptops im WLAN.

Und dann schaust du in deinen Router oder Home Assistant und siehst das Grauen:

  • new-device
  • ESP_D1_Mini_5522
  • PC-192-168-178-20
  • Unknown

Spätestens, wenn das Smart Home wächst und du 50 oder mehr Geräte hast, verlierst du den Überblick. Welcher ESP war noch mal für die Garage zuständig? Und welche IP hat der 3D-Drucker?


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Heute zeige ich euch kein Löt-Projekt, sondern ein „Soft Skill“, das euer Bastler-Leben massiv erleichtert: Eine vernünftige Namenskonvention (Naming Convention).


Das Problem: Das „Wachstums-Chaos“

Am Anfang geben wir unseren Geräten oft Namen wie „Wohnzimmer“ oder „MeinESP“. Aber was passiert, wenn im Wohnzimmer plötzlich drei verschiedene ESPs hängen? Einer für die Lampe, einer für den TV und einer für die Temperatur?

Wenn du dann in Home Assistant eine Automation schreibst oder im Unifi Controller einen Fehler suchst, musst du raten. Das kostet Nerven.

Die Lösung: Die StartHardware-Formel

Nach langem Experimentieren und Optimieren habe ich für mich eine Formel entwickelt, die extrem skalierbar ist. Sie basiert auf Geografie.

Warum Geografie? Weil wir Geräte fast immer physisch suchen. Wenn das Internet im Keller nicht geht, will ich in meiner Geräteliste sofort alle Geräte sehen, die im Keller stehen.

Die Formel lautet:

OrtRaumGerätZusatz

Schauen wir uns die Bausteine an:

1. Ort (Das Stockwerk oder der Bereich)

Ich nutze kurze Kürzel mit zwei Buchstaben. Das spart Platz auf kleinen Handy-Displays.

  • UG = Untergeschoss / Keller
  • EG = Erdgeschoss
  • OG = Obergeschoss
  • GA = Garten / Außenbereich
  • GR = Garage

2. Raum

Auch hier helfen Kürzel, um Listen übersichtlich zu halten.

  • KU = Küche
  • WZ = Wohnzimmer
  • SZ = Schlafzimmer
  • SR = Serverraum / Technikraum
  • VR = Vorraum / Flur
  • WS = Werkstatt

3. Gerät & Zusatz

Hier beschreibe ich, was es ist und (wichtig!) oft auch den Hersteller oder die Firmware. Das hilft enorm, wenn man mal Updates machen muss.


Beispiele aus der Praxis

Hier seht ihr, wie das dann konkret aussieht. Vergleicht das mal mit den chaotischen Namen von früher:

Der Gaszähler im Keller:

  • Alt: gaszaehler oder esphome-web-12345
  • Neu: UG-VR-Gaszaehler-Metrix (Aha! Untergeschoss, Vorraum, es ist der Gaszähler und er nutzt den Metrix-Sensor.)

Der 3D-Drucker in der Werkstatt:

  • Alt: BambuLab-3D
  • Neu: UG-WS-3D-BambuA1 (Sofort in der Liste neben den anderen Keller-Geräten zu finden.)

Der Netzwerk-Switch:

  • Alt: Switch
  • Neu: EG-SR-Switch-24p (Erdgeschoss, Serverraum, und ich weiß sofort, dass es der große 24-Port Switch ist.)

Der Pro-Tipp: Was ist mit „Wanderpokalen“?

Jetzt fragt ihr euch sicher: „Stefan, was mache ich mit meinen Tasmota-Steckdosen? Die nutze ich heute für die Weihnachtsbeleuchtung im Wohnzimmer und morgen für den Ventilator im Schlafzimmer. Soll ich die jedes Mal umbenennen?“

Nein! Dafür habe ich eine Sonderkategorie eingeführt: MD (Mobile Device) oder auch „Miscellaneous Device“.

Solange ein Gerät keinen festen Wohnsitz hat, bekommt es das Kürzel MD.

  • MD-TP-Plug-01 (TP-Link Plug Nr. 1)
  • MD-ST-MacBook (Mein Laptop, der ja auch durchs Haus wandert)

Erst wenn ein Gerät fest verbaut wird (z.B. hinter dem Lichtschalter), bekommt es seinen festen geografischen Namen wie OG-SZ-Licht-Decke.


Warum solltet ihr euch die Mühe machen?

  1. Automatische Sortierung: In fast jeder Software (FritzBox, Unifi, Home Assistant) werden Listen alphabetisch sortiert. Durch das Ort-Kürzel am Anfang (UG, EG…) sortiert sich euer komplettes Netzwerk automatisch nach Stockwerken. Ihr seht sofort: „Oh, der ganze Block UG ist rot – da ist wohl die Sicherung im Keller raus.“
  2. Einfacheres Debugging: Ihr wisst sofort, um welches Gerät es sich handelt, ohne IP-Adressen raten zu müssen.
  3. Professioneller Look: Es macht einfach Spaß, auf ein Dashboard zu schauen, das Ordnung ausstrahlt.

Fazit

Es kostet dich vielleicht einen verregneten Sonntagnachmittag, dein Netzwerk einmal glattzuziehen und alle Shelly-3344 in EG-WZ-Licht-Sofa umzubenennen. Aber glaub mir: Dein Zukunfts-Ich wird dir danken, wenn du in sechs Monaten ein Problem suchst und sofort weißt, wo du anfangen musst.

Wie organisiert ihr euer Smart Home? Habt ihr auch ein System oder regiert das kreative Chaos? Schreibt es mir in die Kommentare!


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