Fritzing Anleitung

Fritzing Anleitung – Teil 1: Fritzing, was ist das?

Wenn man heute einen bestimmten Sensor mit Arduino verwenden will und nach einer Anleitung sucht, findet man häufig eine bildliche Darstellung mit Breadboard und den entsprechenden elektronischen Komponenten. Auch die Beispielschaltungen auf StartHardware nutzen diese Illustrationen. Ich werde oft gefragt, welche Software ich dafür verwende und möchte diese heute vorstellen. Es handelt sich dabei um die Software Fritzing, deren erste Versionen an der Fachhochschule Potsdam entwickelt wurden. Das hier ist die inoffizielle Fritzing Anleitung.

Fritzing: Was ist das?

Der Name Fritzing setzt sich zum einen aus Fritz, zum anderen aus -ing zusammen. Diese Teile sind nicht ganz zufällig gewählt, steht Fritzing doch in der Tradition zweiter bedeutsamer Entwicklungen. Arduino und Processing. Arduino ist nach dem italienischen König Arduin von Ivrea benannt (Obwohl der Legende nach das Board in einer Bar entwickelt wurde, die zufällig nach Arduin benannt war.) Und wo wir schon über Könige sprechen, Fritz (Friedrich II.) war ein König, der seinen Regierungssitz zufällig auch in Potsdam hatte.

Das -ing stammt von der Programmierumgebung Processing ab, mit der man relativ einfach interaktive Programme in JAVA entwickeln konnte und die heute mit p5.js eine extrem spannende JavaScript-Bibliothek darstellt.

Beide Programme finden ihren Ursprung im Interaction Design Institute Ivrea, die für das Feld des Interaction-Designs von extremer Bedeutung war. (Ja, hier schreibt ein Interaction-Designer).

Runden wir die Zufälle ab, bevor wir in die eigentliche Software einsteigen. Es ergab sich nämlich, dass meinem Studienbeginn genau auf die ersten Planungstreffen von Fritzing fiel. Wir veranstalteten sogar eine kleine Konferenz mit den Protagonist:innen der Szene. Ich arbeitete von Zeit zu Zeit als Freelancer für Fritzing, war dann studentischer Mitarbeiter und war bis 2014 Produktmanager.

Jetzt aber zurück zum Thema:

Fritzing Anleitung: Wofür ist Fritzing gut?

Fritzing ist ein Dokumentations-Tool für elektronische Schaltungen und zum Erstellen von Platinenlayouts gedacht.

Fritzing Ansichten: Breadboard, Schaltplan, Platinenansicht, Code

Die drei synchronisierten Ansichten helfen dabei der Kommunikation von Ideen. Dabei handelt es sich um folgende Views:

  • Steckplatine (Breadboard-Ansicht)
  • Schaltplan (Schematische Darstellung)
  • Leiterplatte (PCB)

Steckplatine

Die Steckplatinenansicht wird verwendet, um die Breadboard-Schaltung nachzubilden. Bauteile lassen sich aus dem Bauteilfenster ins Hauptfenster ziehen und verkabeln.

Schaltplan-Ansicht

In der Schaltplan-Ansicht kann man die Bauteile in schematischer Darstellung (Stromlaufplan) arrangieren. Verbindungen werden als gestrichelte Luftlinien dargestellt, bis man ihnen eine feste Postion als Leiterbahn zuweist. Die schematische Ansicht eignet sich besonders, um Schaltnetze zu identifizieren.

Leiterplatte (PCB-Ansicht)

In dieser Ansicht lassen sich Leiterplatten layouten. Fritzing schlägt standardmäßig Platinen mit zwei Ebenen (Oben und Unten) vor. Diese Platinenlayouts lassen sich dann zum selbst-ätzen als PDF oder als Gerber exportieren. Besonders komfortabel ist der direkte Export zu Fritzing-Fab, dem Fritzing Platinenservice von Aisler.

Darüber hinaus kann man sogar den Programmtext im Code-View verwalten und auf das Arduino-Board hochladen.

Die Fritzing-Software ist nicht in der Lage, Schaltungen zu simulieren. Das liegt vor allem an der Komplexität elektronischer Bauteile. Alles über das Blinken von LEDs wird sehr schwierig und ist nicht Teil des Funktionsumfangs.

Im nächsten Abschnitt sehen wir uns an, wie man die Software installiert.


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